Wenn du stehen bleibst, hast du schon verloren

„Sein letztes Rennen“ – ein Spielfilm, den ich sehr empfehlen kann (wird Morgen wiederholt). Es geht um das Leben der Alten und darum, wie sie von den Jungen behandelt werden, die sich um sie sorgen, sich um sie kümmern, sich für sie verantwortlich fühlen.

Ich erlebe es selber gerade, wie schnell man in diese Schiene gerät, in der man doch nur helfen möchte und es gut meint. Und dann wundert man sich, dass die Alten einem nicht dankbar sind. Dass sie die Hilfe, die man ihnen geben will, nicht annehmen wollen. Man versteht es nicht. Und wer an diesem Punkt nicht darüber nachdenkt, der wird es wohl nie verstehen.

Es stimmt: Alte Menschen können Unterstützung gebrauchen. Aber nicht jeder Alte ist gleichzeitig wirklich hilfsbedürftig. Viel mehr sehnen sie sich nach Achtung, nach Akzeptanz, nach dem Gefühl, dazuzugehören. Und den Jüngeren fällt es meist schwer, ihnen das zu zeigen oder zu geben.

Sie wirken starrsinnig, ja sogar verrückt. Senil nennt man das dann zu gerne. Dabei vergisst man immer, was für ein Leben sie gelebt haben, welch‘ Erlebnisse und Erfahrungen sie uns (immer) voraushaben (werden). Was haben sie alles durchgemacht, was hat sie geprägt und zu dem gemacht, was sie heute sind? Und dann kommen die Jungen, selbst wenn sie schon 50 sind, und meinen, es besser zu wissen. Vielleicht stimmt es ja, dass sie es besser wissen, aber selbst bei Kleinkindern sagt man: Die müssen eigene Erfahrungen machen. Warum will man das den Alten nicht mehr zugestehen? Wieso meint man, sie auf einen bestimmten Weg führen zu müssen?

Natürlich gibt es alte Menschen, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind. Aber genauso viele gibt es, die sehr wohl noch alleine entscheiden können, was sie wie tun möchten. Stattdessen werde sie gezwungen, stehen zu bleiben. Oder noch schlimmer: zurückzugehen. Gegen ihren Willen.

Jeder sollte einmasilhouettes-827423_640l darüber nachdenken, wie er mit seinen Eltern oder Großeltern umgeht. Am Ende verdrängt man sowieso die negativen Seiten seiner Lieben; stattdessen treten die eigenen Verfehlungen in den Vordergrund und werden zu Reue. Wäre es dann nicht schön, das Gefühl zu haben, man hat seine Eltern bis zum Ende ein selbstbestimmtes Leben leben lassen? Selbst wenn man sie Unsinniges hat tun lassen, in ihren Augen war es das genaue Gegenteil. Und sie waren glücklich, bis zum Schluss.

Und wenn man Angst hat, sie könnten sich selber schaden? Sich durch ihre Unvernunft umbringen? Solange ein Mensch klar denken kann, sollte man ihm auch sein Leben überlassen. Und wenn er trotz Herzinfarkt-Gefahr einen Marathon laufen möchte, oder trotz Gesundheitsgefahr lieber ausschläft, statt jeden Morgen um 7 fix und fertig dazusitzen und auf einen Pflegedienst zu warten, der vielleicht erst gegen 10 kommt, oder sich weiterhin ungesund ernähren, rauchen oder trinken möchte …

Überlasst den Alten ihr Leben, solange es geht. Stresst sie nicht mit Fürsorgewahn. Auch Stress verkürzt das Leben. Und ich stehe mittlerweile auf dem Standpunkt: Lieber zufrieden als richtlinienkonform leben. Lieber erfüllt als gezwungen. Sie leben nicht für uns. Nicht mehr, denn wir sind keine Kinder mehr und schon bald selber die Alten.

Plötzlich …

Es war Feiertag und viel zu früh, als das Telefon klingelte. Anrufer unbekannt, stand im Display, und mir war sofort klar: Das ist meine Schwester, es ist etwas passiert. Und so war es auch.

Im ersten Moment ist man fassungslos, dann fragt man sich, wie das passieren konnte, und dann trifft einen die Realität mit ihrer vollen Wucht.

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Adventszeit …

… das ist für Viele gleichzusetzen mit Stress und Unkosten.

Die Wohnung oder das Haus sollen geschmückt werden – es soll ja eine weihnachtliche Stimmung entstehen. Man will Plätzchen backen – schon allein wegen des herrlichen Duftes in den Räumen. Die Kinder wünschen sich einen Adventskalender – am liebsten einen selbstgebastelten, individuellen. Geschenke müssen besorgt, das Essen geplant, Karten geschrieben, Besuche von und bei Verwandten abgesprochen werden. Außerdem möchte man wenigstens einmal über einen Weihnachtsmarkt schlendern, und die vielen Jahresabschlussfeiern fallen natürlich auch in den Dezember.

Der Stress ist also vorprogrammiert. Es sei denn, man löst sich von all den Ansprüchen und dem Konsum und besinnt sich. Gerade in der Adventszeit ist das nicht zu verachten.  Dabei sollte man nicht aus den Augen verlieren:

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Die Zeit fließt immer schneller …

… so scheint es zumindest. Ich denke, ich bin nicht die Einzige, die das so empfindet. Und in diesem Satz findet sich auch schon das wichtige Wort, dessen Bedeutung man sich nur bewusst machen muss: Empfinden. Zeitknappheit ist ein empfundenes Phänomen. Natürlich gibt es Momente, wo uns die Zeit tatsächlich nicht reicht, doch meistens ist der Stress hausgemacht.

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